Samstag, 5. März 2016

Reset - schalten Sie Ihre Ernährung auf gesund / whole 30 - und warum? whole 30 - why?

This is an article for my German friends about the whole30. The book is now available in German. If you are really interested in my report, please let me know, than I'll go an translate it into English.

Über Instagram habe ich erfahren, dass das whole30 Buch jetzt auch in Deutschland auf deutsch erhältlich ist als  Reset - schalten Sie ihre Ernährung auf gesund, deswegen erzähle ich euch mal meine Erfahrungen damit:


Ich habe von whole30 das erste mal bewusst auf Instagram erfahren, weil meine Wand auf einmal voll war mit Leuten, die das gemacht haben. Also habe ich mich informiert, und erfahren, dass das Ziel zwar eigentlich keine Gewichtsabnahme ist, aber in 96% der Fälle deutlich sichtbar stattfindet. 
Deal.

Nachdem die Waage und der BMI in den letzten Jahren unaufhörlich nach oben geklettert waren - mittlerweile in einen Bereich, der mich als "leicht fettsüchtig" bezeichnete, hatte ich schon angefangen auf all das zu verzichten, was logischerweise dick macht: Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, leere Kalorien.


der war leider nicht gut - Rinderbraten im Crockpot


Buch bestellt, Mann an Board geholt, und angefangen.

Als erstes einen Kalender ausgedruckt um festzustellen, wann ich fertig sein würde. Oh man, ein ganzer Monat, 30 Tage....

Die ersten Tage waren hart, immerhin heißt whole30:


  • keine Milchprodukte
  • keine Getreideprodukte (weder mit noch ohne Gluten)
  • kein Zucker
  • keine Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen, Soja....)
  • kein Alkohol
  • keine fiesen Zusatzstoffe wie Carragene und so
  • nicht wiegen!

also kein Latte am Morgen, kein Brot, kein Joghurt. Und laut Buch sollte man zum Frühstuck auch keine Früchte essen, Smoothies so rein generell auch bitte eigentlich nicht. Aber auf jeden Fall innerhalb einer Stunde nach Aufstehen essen. Ich war ratlos.


Blumenkohl"reis", Hühnchen und Currysauce mit grünen Zwiebeln

Ich glaube, am ersten Morgen habe ich mir ein Rührei gemacht und versucht, schwarzen Kaffee zu trinken.

Der erste Tag ging dann noch, 2,3 4 waren DIE HÖLLE. So müde wie noch nie, schlecht gelaunt, immer mit der Frage: warum mache ich den Sch**** eigentlich? Bin ich irre?
Eier konnte ich nicht mehr sehen, mir ist bei ihrem Anblick regelrecht schlecht geworden. Trotzig habe ich gedacht: Vielleicht sollte ich einfach fasten und GAR NICHTS mehr essen, wenn ich eh nix essen darf. So! Hunger hatte ich sowieso keinen mehr, und erkältet war ich auch noch. Schrecklich.
Ich bin an diesen Tagen echt früh ins Bett gegangen, weil man schlafend das Elend wenigstens nicht bewusst ertragen musste....


im Ofen gebackenes Lachsfilet mit Zucchini"nudeln"

Statt Einkaufen ging ich Lebensmittel jagen. Quasi ÜBERALL ist Zucker drin. und wenn kein Zucker, dann Carrageen. Etiketten habe ich irgendwann gleich von hinten nach vorne gelesen, weil  bei "unter 2%" dann immer eins von beiden stand.

Es gibt eine Tellervorlage, wie man seine Teller gestalten soll: Überwiegend Gemüse (und Obst), dazu Proteine (gerne Fisch oder Fleisch, oder Eier) und eine gesunde Fettquelle.

Sloppy Joes (Hackfleisch mit viel Zwiebeln, Tomate und Paprika) Kartoffelwürfel, Bohnen und selbstgemachte Remoulade

Nach 7,8 10 Tagen ging es dann besser, eine neue Routine hat sich entwickelt, es wurde klar, dass geschickte Vorratshaltung und Kochen auf Vorrat der Schlüssel zum Erfolg sind - denn die Verwendung von Fertigprodukten jeglicher Art ist quasi unmöglich.


Barbecue Sauce kochen

Super war, dass man sich so ab dem 14 Tag wirklich super gut gefühlt hat - kein Heißhunger mehr, überhaupt spielt Essen nur noch eine untergeordnete Rolle, und insgesamt fühlte ich mich gut. Dazu hatte auch beigetragen, dass ich mittlerweile eine Mandelmilch gefunden hatte, die sich sogar mit unser Maschine aufschäumen ließ, so das Kaffeetrinken wieder möglich war. Hallelujah!


Mandelmilch Latte und Rührei mit Gemüse 

Schlimm waren nur Einladungen (wer läuft schon gerne bei einer Einladung mit seinem eigenen Essen auf, und guckt anderen dabei zu, wie sie leckere Rocher-Torte müffeln) und Ausflüge - gemütlich irgendwo was essen und einen leckeren Kaffee trinken: Fehlanzeige. Man, da habe ich ein paar Mal echt gelitten!


Einladung zum Brunch - mit dabei: Lachs-Kartoffel-Spinat-Fritatta
(war okay, mehr aber auch nicht)

Mittagessen und Abendessen hatte ich wirklich gut im Griff, Frühstück war und bliebe meine schlimmste Mahlzeit des Tages. Ich habe morgens eigentlich wirklich weder Hunger noch Appetit (ich stehe um 6.00 Uhr, verlasse um 6.50 das Haus, mache zwischendrin Lunch für die Kinder, fahre 45 Minuten zur Arbeit, unterrichte dann 70 Minuten und fahre wieder nach Hause). Aber wenn ich um 11.00 Uhr immer noch nichts gegessen habe, wird es kritisch...
Insofern habe ich irgendwann angefangen, "Muffins / Quiches" zu backen, mit einem Kartoffelboden, Gemüse-Fleisch Mischung und dann mit Kokosmilch-Ei Mischung übergossen, die ich morgens schnell aufwärmen oder notfalls auch kalt mitnehmen konnte. Das war für mich die Rettung.


Die Frühstücksretter....



Dann habe ich meist gegen 11.30, 12.00 Uhr ein frühes Mittagessen gegessen, oft eine Gemüsesuppe mit Fleisch, und dann gegen 18.00 Uhr Abendessen, und mehr brauchte ich dann irgendwann auch gar nicht mehr. Herrlich befreiend.


Brokkoli-Creme, Lachs, Kartoffeln und selbstgemachte Remoulade

An die 30 Tage whole 30 schließt sich dann die wieder Einführung der einzelnen Lebensmittelgruppen an, um evtl. Unverträglichkeiten zu ermitteln, und, wie vermutet: Ich habe mit gar nix Probleme - Milch, Getreide mit und ohne Gluten alles kein Problem. 
Zum Glück.

Alkohol war für mich der problemloseste Teil der Übung, ich trinke eh kaum, manchmal monatelang nicht. Nur beim Kochen (Bolognese! Gulasch!) habe ich meinen Rotwein vermisst.


Whole30 Kochen mit Familie: hinten links: Blumenkohl"reis", in der Mitte: Tomatencremesauce (mit Kokosnussmilch statt Sahne - haben die Kinder nie gemerkt....), hinten rechts: Nudeln (für die Kinder), vorne Hackfleisch (ein Kind ist Vegetarier, daher von der Tomatensauce getrennt), Champignons (die Kinder mögen die nicht). 

Was die "Erfolge unabhängig von der Waage angeht"t:
Ich habe gemerkt, dass ich ohne den ganzen Kram leben kann. Nicht nur ohne Süßigkeiten, auch ohne Brot, Joghurt und notfalls sogar Milchkaffee. Und das es mir dabei sogar richtig gut geht.
Und: ein paar Stiefel, die ich schon wegschmeissen wollte, weil sie nicht mehr über die Waden gingen, passen wieder. Da habe ich mich richtig drüber gefreut!


Blumenkohl"reis", paniertes (Kokosnussmehl) Tilapia-Filet, Kokossnuss-Curry-Sauce


Die Waage sagte dann auch: -6 kg. Und das, obwohl wir in 4 1/2 Wochen eine Flasche Olivenöl alle gemacht hatten und nicht eine Kalorie gezählt. Hunger hatte ich eigentlich auch fast nie. Und wenn, dann kann man jederzeit was essen - ein Ei, eine Hand voll Nüsse, Obst, sogar ein paar seltsame Riegel sind erlaubt (ich mag die aber alle nicht). Damit hatte ich nach dem whole30 insgesamt 10 kg abgenommen, und das konnte man dann auch schon richtig sehen, und die "leicht fettsüchtig" Kategorie habe ich auch wieder verlassen.

Paleo ernähre ich mich seitdem nicht, aber ich versuche noch bewusster darauf zu achten, was ich so in mich reinschaufel, und einige Palio-Rezepte sind in mein festes Repertoire eingegangen, so z.B. das unheimlich leckere Orange-Sesame Chicken (paleo, aber nicht whole30, da mit Honig).
Der Gewichtsverlust war bis jetzt "permanent"trotz wieder "normal essen" sind die nicht wiedergekommen.

ein Leben ohne Orange-Sesame-Chicken ist vorstellbar, wäre aber sinnlos. 
Frei nach Loriot.
 Hier auf Zucchini-"Nudeln"
aus: Against all grains (das Rezept, nicht das Foto, das ist von mir)

Zur Zeit mache ich gerade den zweiten whole30 (Tag 6), und soweit geht es noch besser als beim ersten Mal, ich weiß ja schon, welche Produkte ich verwenden kann und wo ich sie finde, ich habe ein paar gute Rezepte im Repertoire, und mein Körper hat sich schneller als beim letzten Mal an die Abwesenheit schneller Energie gewöhnt - sehr nett von ihm.


Tag 0 der zweiten Runde: Vorbereiten einer Frühstücks-Frittate:
Kartoffelschnitze, Champignons, Paprika, grüne Zwiebel, Hühnerbratwurst (rechts), Schinken (links), daneben die Kokosnussmilch-Eier zum drübergießen

Ich hoffe, noch mal ein paar Kilo abzunehmen, und mich weiter daran gewöhnen, überwiegend Paleo zu essen. Und auch wenn ich das jetzt nich schaffe, dann werde ich sicher immer wieder von Zeit zu Zeit einen whole30, oder viellicht auch nur whole10, 15 oder 21 einschieben, einfach weil ich merke, dass es mir körperlich wirklich gut geht, wenn ich statt Industrieware echtes Essen


Chicken-Chile-Lime Burger-Frikadelle (gefroren fertig gekauft - Hurra! Mal was nicht von Grund auf selbst gemacht), Kartoffeln, Kürbissuppe

Wie man das in Deutschland macht, weiß ich nicht - ich hoffe, ihr habt ein paar gute Internetforen oder Facebookgruppen, wo ihr euch darin unterstützen könnt, geeignete Nahrungsmittel zu finden.


Ein paar hilfreiche Links:

nom nom paleo (sehr gut für Familien - leckere Rezepte und sehr lustig)

well fed (whole 30 Essens-Wochenpläne)

civilized caveman (ketchup und Barbecue Sauce selber kochen!)


Link zu den Büchern von Dallas und Melissa Hartwig:

whole30 - Reset: schalten Sie Ihre Ernährung auf gesund
und das Grundlagen-Buch: Alles beginnt mit dem Essen 
(keine Affilitate-Links, ich verdiene damit nix)

Falls ihr Fragen habt: gerne melden, ich versuche alles zu beantworten. Und falls ihr es selbst mal versuchen wollt: Viel Glück! Ihr schafft das! Ich habe es schließlich auch geschafft! Und nich vergessen: bei einem Ausrutscher geht es von Tag 1 wieder los - da lohnt sich das Aufgeben an Tag 19 wirklich nicht....

viele Grüße
Tina


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