Dienstag, 12. Mai 2026

12 von 12 im Mai 20265: Dresden

 Ich hätte glatt mal wieder fast vergessen, dass heute 12 von 12 ist… Dabei gibt es heute tatsächlich mal was spannendes zu berichten:


Aufgewacht bin ich nämlich in meinem Hotelzimmer in Dresden.

Hier wollte ich schon sehr lange mal hin, warum, weiß ich gar nicht so genau. Stand jedenfalls auf meiner To-Do-List, und da in diesen Ferien meine jüngste Tochter in Frankreich ist, habe ich kurzerhand die Gelegenheit ergriffen und bin losgefahren.


Meine Freundin Franzi hat mich mit vielen Tipps versorgt, ihre Schwester lebt hier. So gibt es den ersten Kaffee im Milchmädchen. Normalerweise bin ich der Typ Cappuccino, aber einem Pekan-Ahornsirup-Latte konnte ich nicht widerstehen. Da waren wirklich Pekanüsse drin! Sehr lecker.

Dann habe ich geschwankt zwischen Eggs Benedict (auf Spinatwaffel!) und dem Farmer, die Kellnerin riet zum Farmer (frischerer Geschmack!) also den bestellt- Hätte ich natürlich auch drauf kommen können dass das so eine Art Bauernfrühstück ist (Farmer!)… war sehr lecker, besonders der Kräuterquark mit dem Pesto.

Heute war richtiges Museums-Wetter - nass, kalt und windig! - und zum Glück wollte ich auch genau da hin. Im Albertinum gibt es eine Modersohn-Becker / Munch Sonderausstellung: Die großen Fragen des Lebens.
War eine gute Idee direkt um 10.00 Uhr zur Öffnung hier zu sein, glaube ich, als ich mit der Ausstellung gegen 11.30 Uhr durch war, war es schon ganz schön voll (um so dusseliger dass man noch mal durch die ganze Austellung zurücklaufen musste um wieder rauszukommen… das war im Albertinum leider öfter so. Sehr merkwürdig.)


Modersohn-Becker (die super früh gestorben ist, nach der Geburt ihrer Tochter) und Munch kannten sich nicht, waren aber Zeitgenossen und haben sich mit ähnlichen Fragen beschäftigt.

Das für mich beeindruckendste Bild von Paula Modersohn-Becker mit dem Titel : Sein Wille geschehe. 


Das Edvard Munch auch Lithographien selbst angefertigt hat und dabei innovativ Farbigkeit durch mehrfach Bedruckung erreicht hat, wusste ich nicht. Dabei hat er oft seine eigenen Bilder noch mal neu aufgegriffen. Sieht sehr modern aus, finde ich.


Das restliche Museum habe ich mir dann auch noch angesehen (war ja eh Museums-Wetter), der Aufbau war etwas wirr, aber es gab viel schönes zu sehen. Das Bild links auf dem Foto hier drunter, dass da auf einmal zwischen den Meistern des frühen 19 Jahrhunderts hing (???) habe ich besonders gefeiert:


Hier noch mal im Detail:


Angefertigt von dem Künstler, der auch das Präsidenten-Portrait von Barack Obama gemalt hat. Sehr cool.

Danach musste ich mir ein Eis kaufen, weil die Alstadt von Dresden eher traditionelle  sparsame Öffnungszeiten hat (gerne 12.00. - 18.00 Uhr) ich aber unbedingt „August der Starke“ (Schoko mit Kirsch) und Gräfin Cosel (weiße Schokolade mit Himbeeren und Schoko) probieren wollte. War lecker! 


Im Stadtmuseum läuft außerdem noch eine Ausstellung zum Plattenbau in Ost und West, da wollte ich auch unbedingt noch hin - und es war sowieso immer noch Museumswetter.


Die Ausstellung war sehr interessant, viele Fotos von Plattenbausiedlungen, aber auch Modelle und Möbel. In Dresden wechselt das ja z.T. Von Straßenblock zu Straßenblock - von Barock zu Platte innerhalb von wenigen Metern. Schon irre.
In meiner Kindheit habe ich auch in einer Plattenbausiedlung (Neuwiedenthal, Neue Heimat) gelebt, ich habe vieles wieder erkannt.
Nur so einen tollen Baukasten hatte ich natürlich nicht:


Bis zu meinem nächsten Programmpunkt (kein Museum) hatte ich noch so knapp eine Stunde Zeit, es war immer noch arschkalt, windig und hat geregnet, daher: Kaffee und Postkarten schreiben. Ich finde es super, Postkarten zu bekommen, aber die bekommt man nur, wenn man auch selbst schreibt…So lange man noch Postkarten kaufen kann und das Porto nicht bei 6 Euro liegt wie in Dänemark vor der Abschaffung: unbedingt machen!


Danach ging es  - durch den Regen, durch den Wind - zur Frauenkirche, wo heute Abend ein Benefizkonzert für „Ärzte ohne Grenzen“ mit Anne-Sophie Mutter stattgefunden hat. So habe ich die Frauenkirche in Benutzung erlebt - ein Erlebnis (komisch Akkustik, übrigens. Die Musik war richtig schön, aber immer wenn jemand gesprochen hat, war gar nix zu verstehen)




Weil ich seit dem Frühstück um 9.00 Uhr nichts mehr gegessen hatte (außer Eis) musste ich dann echt noch was richtiges Essen.
Codo am Albertplatz kann ich euch aus vollem Herzen empfehlen: Das Essen (Nr. 80) war RICHTIG lecker, die Portion hätte locker für 2 Menschen gereicht (und damit meine ich nicht den Reis, sondern das Fleisch und das Gemüse) und es war auch wirklich nicht teuer (12 Euro).


Ob ich heute Nacht schlafen kann, weiß ich noch nicht (Abendessen um 22.00 Uhr sicher nicht beste Lösung, und noch 30 Minuten ins Hotel laufen wollte ich auch nicht, weil es jetzt nicht nur kalt, windig und nass war, sondern auch noch dunkel), aber was soll‘s - ich habe Ferien und wer weiß, wann ich wieder hier her komme.

Ich kann euch einen Städtetrip nach Dresden jedenfalls sehr empfehlen, eine sehr interessante Stadt voller Gegensätze, voller Kultur, man kann super durch kleine Geschäfte und von Café zu Café bummeln (Neustadt!), sich ganze Tage in Museen vertreiben und das nächste Mal geht es dann ganz unbedingt auch in die sächsische Schweiz zum Wandern.


Und damit ab zu Caro Kännchen  und den 12 von 12 ( und ja, ich weiß, dass das nicht 12 Fotos sind).